Das Konservatorium Schwerin und der Landesverband Jeunesses Musicales Mecklenburg- Vorpommern trauern um Esther Bauer.

Eshter Bauer, Bildmitte, umringt von Schülerinnen und Schülern des internationalen Schultheaterprojektes ESTHER - LEBEN, 2012 in Schwerin. Foto: Oliver Borchert

Die Hamburger Holocaust-Überlebende Esther Bauer ist am Samstag, 19.11.16 in New York verstorben.

 

Esther Bauer, geborene Jonas, wurde 1924 geboren und wuchs in Hamburg Eppendorf auf. Aufgrund ihrer jüdischen Abstammung wurde sie als junge Frau ins Konzentrationslager Theresienstadt deportiert und überlebte später das Vernichtungslager Auschwitz. Sie wurde in Mauthausen befreit und siedelte nachdem 2. Weltkrieg nach New York über. Sie ist Trägerin des Bundesverdienstkreuzes, war ihrer Heimatstadt bis zuletzt eng verbunden, wurde nicht müde ihre Geschichte an norddeutschen Schulen zu erzählen und ist die Protagonistin von zwei Theaterproduktionen des Thalia Theaters Hamburgs  und eines mehrfach preisgekrönten Dokumentarfilms.

 

In den letzten Jahren war sie auch zunehmend aktiv im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern, wo sie mehrfach als Gast des internationalen Festivals „Verfemte Musik“ geladen war, um Schülerinnen und Schülern vor allem aus Schwerin aus ihrem Leben zu berichten, ebenso besuchte sie Schulen und Universitäten überall in den USA.

 

Von 2012-2014 war sie die Namenspatronin des EU-Projekts ESTHER (Europäische STrategien zur HolocaustERinnerung), in dessen Rahmen in 3 der 5 beteiligten EU Staaten (Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien und Österreich) ihr Leben als Schultheater-Projekt zur Aufführung gebracht wurde. Persönlich stand sie den teilnehmenden Jugendlichen in Wien, Helsinki und Schwerin mit großer Freude, Lebendigkeit und Enthusiasmus Rede und Antwort zu ihrem Leben. Auch in diesem Jahr war ihre Teilnahme beim Festival vorgesehen, die sie aus gesundheitlichen Gründen aber absagen musste.

 

Text: Volker Ahmels